Asami Kato
Die Dolomiten
Ein persönlicher Text über die Ankunft in den Dolomiten und die Klause als magisches Tor in eine stille Bergwelt.
Es war das erste Mal, dass ich mit dem Auto in die Dolomiten reiste. Ich hatte die Autobahn gerade erst verlassen und einige Kilometer auf der Pustertaler Staatsstraße zurückgelegt, als ich auf eine Art Festung stieß, die die Straße in zwei Teile zu teilen schien. Da die Straße direkt auf die Mauern der Festungsanlage zu führen schien, fuhr ich weiter und fragte mich gespannt, wo sie um das Gebäude herumführte, aber ich fuhr durch ein Eingangstor hinein und auf der anderen Seite durch ein anderes Tor hinaus, ohne Zeit zu haben, zu begreifen, was eigentlich gerade passiert war. Und etwas verwundert fragte ich mich dann auch: "Was war das?..."
Zunächst dachte ich, ich hätte mich verfahren oder sei irgendwie auf ein Privatgrundstück gelangt, aber die Tatsache, dass andere Autos aus der Gegenrichtung kamen und durch das Tor fuhren, beruhigte mich. Es war eine alte Grenzfestung, an der einst Reisende kontrolliert und Wegzölle erhoben wurden. Bei Bedarf konnte sie zur Vorbereitung auf eine bewaffnete Auseinandersetzung geschlossen werden. Sie wurde noch bis in die jüngere Vergangenheit in ihrer ursprünglichen Form benutzt.
Die erste Verwunderung wich schnell der Freude über eine ganz neue Erfahrung. Seitdem freute ich mich jedes Mal besonders, wenn ich die Klause, für mich das Eingangstor zu den Dolomiten, passierte. Außer der Festung stelle ich mir immer die lächelnden Gesichter meiner Freunde vor, die auf mich warten, und in meiner Phantasie verwandelt sich die Klause in ein magisches Tor, durch das man in das abgelegene und stille Reich der Dolomiten eintritt.