Asami Kato
Sizilien
Ein Text über Asami Katos sizilianische Arbeiten zwischen klassischer Kultur, Barock und schwebender Architektur.
Asami Kato folgt in Sizilien den Spuren der "Reisenden der Grand Tour" und durchläuft dort die Etappen anderer bedeutender Ausländer wie Goethe, Dufourny und vor allem Jean Houel. Nach den römischen Erfahrungen gelangt Asami Kato also nach Sizilien, verstanden als jenes Reich, in dem sich die klassische griechische Kultur formte und entfaltete und in dem die Herbe der Landschaften in den Seelen die mythologische Welt der Kyklopen und der Proserpina erschließt.
Hier jedoch haben neben den Werken der klassischen Welt vor allem die so weit verbreiteten barocken Architekturen mit ihren Voluten und ihrer Bewegung die Skulpturen, die Asami Kato geschaffen hat, noch stärker beeinflusst. So verlieren der griechische Tempel von Agrigent, das Amphitheater von Taormina und das Schloss von Enna ihre geometrische Geschlossenheit und werden zu "tanzenden" Formen, beinahe in ewiger Bewegung.
Und so neigen die sizilianischen Werke im Gegensatz zu den Arbeiten der venezianischen Periode, in denen die Architekturen im Wasser verschmolzen und sich auflösten, dazu, sich in die Luft zu erheben, leicht und schwebend.
Es gibt keine nahezu obsessive Aufmerksamkeit mehr für das architektonische Detail, für die Körnung der Ziegel, für die vom Lauf der Zeit angegriffenen Putzflächen. Die Größe der Architektur und die städtische wie natürliche Landschaft, die sie umgibt, lassen dies nicht zu, sie geben keinen Raum außer für das Monument als Ganzes, das bereits groß und einzigartig genug ist. Höchstens werden, wie bei der Chiesa dello Spasimo in Palermo, jene Bäume aufgenommen, die Sinnbild unserer schönen und wilden Inselnatur sind.
Die Werke von Asami Kato sind somit ein Anruf an alle, die die Architektur so sehr lieben, dass sie sie zum Gegenstand des Nachdenkens machen, anstatt sich nur darauf zu beschränken, ...